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Zentralklinik im Raum Georgsheil

Aus 3 mach 1 als Antwort auf:

  1. Ärzte- und Pflegekräftemangel
  2. Steigerung der Spezialisierung
  3. Notwendige Zentrenbildung
  4. Steigende Qualitätsanforderungen

 

Die Idee zur Errichtung und Inbetriebnahme eines gemeinsamen Zentralklinikums der Stadt Emden und des Landkreises Aurich wurde 2013 von den Ärzten, Pflegedirektoren und Geschäftsführern der drei Krankenhäuser entwickelt und mit den Gesellschaftern in der Folge spezialisiert. Inzwischen sind bereits wegweisende Meilensteine in der Planung und Umsetzung des Vorhabens erreicht worden. Die bisherigen Schritte und Maßnahmen (u.a Machbarkeitsstudie, Standortgutachten, Vertrag über arbeits- und sozialrechtliche Rahmenbedingungen, Vorbereitung Raumordnungsverfahren inkl. Flächenidentifizierung, Erstellung Raum- und Funktionsprogramm, Erstellung eines bankenkonformen Businessplans, Gründung der Trägergesellschaft, Bürgerbeteiligung, Öffentlichkeitsarbeit) dienten in erster Linie zur Willensbildung der Beteiligten, die zur Planung und Umsetzung eines derartigen Projektes einzubeziehen sind. Durch zwei Bürgerentscheide geriet das Vorhaben ins Stocken. Seit Ende Mai 2019 kann jetzt in die konkrete Planungsphase eingetreten werden. Diese erfolgt auf der Grundlage des Feststellungsbescheids zur Aufnahme der Zentralklinik Georgsheil in den Krankenhausplan des Landes Niedersachsen vom April 2016.

Warum eine Zentralklinik?

Die Zentralklinik bietet ein breites medizinisches Spektrum unter einem Dach. So können Diagnosen und Therapien fachübergreifend erstellt werden, um eine optimale Behandlung der Patienten zu ermöglichen.

  • Allgemeine Innere Medizin
  • Medizin der Herz-Kreislauferkrankungen
  • Medizin des Magen-Darm-Traktes
  • Lungenheilkunde
  • Medizin des Nervensystems
  • Altersmedizin
  • Psychiatrie
  • Palliativmedizin
  • Schmerztherapie
  • Wirbelsäulenchirurgie
  • Unfallchirurgie & Orthopädie
  • Gefäß- und Brustraumchirurgie
  • Strahlentherapie / Onkologie
  • Kinder und Jugendmedizin
  • Frauenheilkunde
  • Geburtshilfe
  • Anästhesie
  • Intensivmedizin
  • Notfallmedizin

Medizinische Zentren

  • Darmzentrum
  • Brustzentrum
  • Lungenzentrum
  • Gefäßzentrum
  • Regionales Schwerverletztenzentrum
  • Zentrum für Altersmedizin
  • Zentrum für künstliche Gelenke
  • Brustschmerzzentrum
  • Schlaganfallzentrum
  • Frühgeborenenzentrum

Warum Zentren?

In medizinischen Zentren werden verschiedene Fachbereiche zusammengefasst, um die Patienten umfassend zu versorgen. Der ganzheitliche Blick verschiedener Experten verbessert den Heilungsprozess.

Ein Beispiel

Zentrum für Altersmedizin: Wir Menschen werden immer älter. Das heißt aber auch, dass viele an verschiedenen Erkrankungen leiden. Jemand, der im Alter ein neues Hüftgelenk bekommt, hat vielleicht auch Herzprobleme oder leidet an Diabetes, möglicherweise ist er auch dement. Das alles müssen Mitarbeiter in der Klinik berücksichtigen.

Und darum arbeiten verschiedene Experten unter dem Dach des Zentrums für Altersmedizin zusammen. Das sind u. a. Chirurgen, Diabetologen, Herzspezialisten, Psychologen, Physiotherapeuten, speziell ausgebildete Fachpfleger … und viele mehr.

In einer Zentralklinik ist die Bildung von medizinischen Zentren möglich – räumlich und fachlich.

Warum Mindestmengen?

Der Gesetzgeber legt Mindestmengen für bestimmte behandelte Eingriffe fest. Das heißt: Wenn diese Mindestmengen nicht erreicht werden, darf ein Krankenhaus diese Leistung auch nicht erbringen. Derzeit gibt es solche Regelungen für künstliche Kniegelenke oder Bauchspeicheldrüsen-Operationen. Weitere Bereiche sind geplant: Versorgung von Frühgeborenen, Brustkrebs- Operationen …

Ziel dieser Regelung: Mit mehr Erfahrung Patienten besser behandeln. Für kleinere Häuser ist es schwierig, diese geforderten Fallzahlen zu erreichen. Schon heute dürfen in Aurich, Emden und Norden z. B. keine Bauchspeicheldrüsen-Operationen mehr durchgeführt werden.

In einer Zentralklinik werden vorgeschriebene Mindestmengen erreicht und die Behandlungsqualität für die Patienten gesteigert.

Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen ein Problem. Auch die Krankenhäuser konkurrieren um qualifizierte Arbeitnehmer. Anstrengungen in vielen Bereichen sind in den nächsten Jahren notwendig, um die Gesundheitsversorgung in Ostfriesland sicherzustellen.

Nein

Menschen, die in einer Großstadt leben wollen, wird man nicht erreichen.

Ja

es gibt auch viele junge Arbeitnehmer, die sich Leben und Arbeiten in einer ländlichen Region vorstellen können. Die gilt es zu erreichen, mit Rahmenbedingungen, die dieser jungen Generation attraktiv und wichtig sind.
Nach wissenschaftlichen Untersuchungen und nach den Erfahrungen der Personalabteilungen vor Ort sind das u. a.:

  • Verlässliche Arbeitszeiten
  • Nicht zu viele Wochenend- und Nachtdienste
  • Gute Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Fächerübergreifende Zusammenarbeit

Rahmenbedingungen, die in kleinen Klinikeinheiten nicht umsetzbar sind.

Mit der Zentralklinik entsteht ein attraktiver Arbeitsort für Mediziner und Fachpfleger, die gerne in ländlichen Regionen arbeiten und leben wollen.

Um die Zentralklinik finanzieren zu können, sind hohe Zuschüsse vom Land Niedersachsen notwendig. Vergleichbare Projekte wurden mit 70 % der Baukosten gefördert. Der Ministerpräsident des Landes sowie der zuständige Staatssekretär im Sozialministerium haben aktuell nochmals betont, dass man das Projekt unterstützen wird.

Die genauen Summen können derzeit noch nicht feststehen, da in den vergangenen zwei Jahren nicht weitergeplant werden durfte. 2017 lagen die veranschlagten Kosten bei 250 Millionen Euro, diese Zahlen müssen aktualisiert werden. Außerdem sind viele weitere Schritte bis zur endgültigen Entscheidung notwendig.

Dazu gehören u. a.:

  • Grundstücksauswahl
  • Architektenauswahl
  • Konkrete Bauplanung
  • Aktualisierung Wirtschaftsplan

Für die Finanzierung der Zentralklinik hat das Land Niedersachsen seine Unterstützung zugesagt.

Aktuelle Schritte

  • Erstellung von Konzepten u. a. Logistik, Speisenversorgung, Energie
  • Raumordnungsverfahren mit Präzisierung des Grundstücks sowie der Bauleitplanung
  • Aktualisierung des Raum- und Funktionsprogramms
  • Vorbereitung eines europaweiten Architektenwettbewerbs