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Neuartiges Verfahren zur Versorgung von Brustkorbverletzungen in der Thoraxchirurgie

|   Allgemein

Emden. In der Klinik für Thoraxchirurgie im Klinikum Emden werden seit Anfang Juli Patientinnen und Patienten mit operationspflichtigen Brustkorbverletzungen bzw. Rippenbrüchen mit einem innovativen minimalinvasiven Plattenosteosynthese-System versorgt.

Eine Rippenfraktur kann sehr schmerzhaft sein und dadurch die täglichen Aktivitäten deutlich beeinträchtigen. Die meisten Rippenfrakturen heilen in der Regel innerhalb von wenigen Wochen auf natürliche Weise durch Schonung und Schmerzbehandlung ab. In einigen Fällen allerdings kann eine Operation die bessere Option sein. Der Eingriff ist meist bei schweren Verletzungen notwendig, bei denen die Rippenbrüche stark verschoben sind, die Stabilität des Brustkorbs durch Frakturen mehrerer nebeneinanderliegender Rippen verlorengeht oder nahegelegene Organe oder Gefäße beschädigt wurden. Darüber hinaus können unversorgte Rippenbrüche zu anhaltenden Schmerzen führen, die trotz konservativer Behandlung die Lebensqualität beeinträchtigen. Viele Patientinnen und Patienten atmen aufgrund der Schmerzen unbewusst zu flach, wodurch die Lunge nicht ausreichend belüftet wird, so dass sich Sekret festsetzen kann, was wiederum schwere Entzündungen, wie beispielsweise eine Lungenentzündung, begünstigen kann. Ebenfalls kann ein chronisches Schmerzsyndrom durch knöcherne Fehlheilung oder Nervenreizungen entstehen. Ziel einer Operation ist es, die Stabilität der Brustwand wiederherzustellen, chronischen Schmerzen und Entzündungen vorzubeugen und die Genesung zu beschleunigen.

In der Regel werden bei der Operation die gebrochenen Rippen mit Platten und Schrauben oder Klammersystemen stabilisiert. Ein neues, spezifisches Implantatsystem wurde kürzlich in Europa eingeführt und ist nun auch in Deutschland verfügbar. Es handelt sich um ein schonendes, minimalinvasives Operationsverfahren zur Stabilisierung gebrochener Rippen. Dabei werden über kleine Hautschnitte speziell geformte Metallplatten von innen an den gebrochenen Rippen angebracht (intrathorakale Platten). So bleiben die natürliche Form der Rippen und die Durchblutung des Gewebes erhalten und die Muskulatur wird möglichst geschont. Weil bei dem Eingriff das Gewebe geschont wird, kann die Operationszeit häufig verkürzt werden. Gleichzeitig lässt sich eine durch schwere Verletzungen instabile Brustwand zuverlässig wieder stabilisieren. Das Plattenosteosynthese-Verfahren fördert zudem den Erhalt der Knochenhaut, was den Heilungsprozess und die Blutversorgung an der Frakturstelle unterstützt. Der Eingriff erfolgt meistens endoskopisch (videoassistiert), was im Vergleich zu den herkömmlichen offenen Operationen deutlich kleinere Schnitte und geringere Gewebetraumata ermöglicht.

Das neuartige Verfahren wurde erfolgreich in der Thoraxchirurgie im Klinikum Emden eingesetzt und ist bisher nur in wenigen Kliniken in Deutschland implementiert.
„Ich freue mich, dass wir unseren Patientinnen und Patienten mit schweren Brustwandverletzungen künftig auch ein minimalinvasives Behandlungsverfahren anbieten können“, sagt Dr. med. Ali Akil, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie. „Wir setzen in unserer Klinik auf moderne, innovative Medizin, hohe Qualität und vor allem Patientenzufriedenheit.“

Auch Krankenhausdirektor Tilman Winkler betont: „Die Einführung dieses innovativen Opera-tionsverfahrens unterstreicht unseren Anspruch, moderne Spitzenmedizin wohnortnah anzubieten. Indem wir frühzeitig neue, wissenschaftlich fundierte Behandlungsmethoden in unser Leistungsspektrum integrieren, schaffen wir einen echten Mehrwert für unsere Pati-entinnen und Patienten und stärken zugleich die Zukunftsfähigkeit unseres Klinikums.“

Chefarzt Dr. med. Ali Akil hat das neue Operationsverfahren im Klinikum Emden eingeführt. Foto: Trägergesellschaft
Gefördert durch die EU