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Modellprojekt nach internationalem Vorbild: Kliniken Aurich und Emden erhalten gemeinsame Förderung für Emergency Department Pharmacist

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Aurich/Emden. Neben zwei weiteren deutschen Krankenhäusern beteiligen sich die Ubbo-Emmius-Klinik Aurich und das Klinikum Emden gemeinsam als ein Haus an einem innovativen Modellprojekt zur Einführung eines sogenannten Emergency Department Pharmacist (EDP). Die speziell auf die Notaufnahme ausgerichtete pharmazeutische Fachkraft ist in Ländern wie Großbritannien, Australien oder den USA bereits fester Bestandteil der Patientenversorgung. Ihre Aufgabe ist es, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen und medizinisches Personal in der Notaufnahme gezielt zu unterstützen.

Die Finanzierung der Stelle erfolgt durch die Stiftung Patient & Klinische Pharmazie im Rahmen eines bundesweiten Projekts, das die Rolle klinischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten in der Akutversorgung weiterentwickeln und wissenschaftlich evaluieren soll. Die UEK und das Klinikum gehören dabei zu den wenigen ausgewählten Standorten, an denen das Konzept unter realen Versorgungsbedingungen erprobt wird. An beiden Häusern ist jeweils ein Fachapotheker für Klinische Pharmazie und Medikationsmanagement im Krankenhaus halbtags in der Notaufnahme eingesetzt.

„Die Arzneimitteltherapie wird zunehmend komplexer. Gerade in der Notaufnahme müssen häufig unter hohem Zeitdruck wichtige Entscheidungen getroffen werden. Die direkte Einbindung pharmazeutischer Expertise kann dabei einen wertvollen Beitrag zur Patientensicherheit leisten“, erklärt Fachapotheker Sven Friedrichs, der in Aurich tätig ist.

Zu den Aufgaben eines Emergency Department Pharmacist gehören unter anderem die Unterstützung bei der Erfassung und Bewertung der Medikation von Patientinnen und Patienten, die Identifikation potenzieller Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sowie die Beratung des ärztlichen und pflegerischen Teams bei Fragen zu Arzneimitteln. „Im direkten Patientengespräch können wir wichtige Informationen zur Medikation der Patienten erfragen. Im englischsprachigen Raum spricht man auch von der Erstellung einer Best Possible Medication History, also der bestmöglichen ‚Medikationshistorie‘“, ergänzt die Emder Fachapothekerin Claudia Janssen.

Erste Ergebnisse des Projekts wurden jüngst auf dem diesjährigen Kongress des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) vorgestellt. Auch die beiden als Emergency Department Pharmacist eingesetzten Apotheker der beiden ostfriesischen Krankenhäuser, Claudia Janssen und Sven Friedrichs, waren vor Ort vertreten. Gemeinsam mit Vertretern der anderen am Projekt beteiligten Kliniken präsentierten sie die Daten einer zweimonatigen Auswertung. Bereits dieser kurze Zeitraum konnte den Nutzen einer gezielten Erfassung der aktuellen Medikation neu aufgenommener Patienten in der Notaufnahme belegen: Bei insgesamt 945 untersuchten Fällen aller am Projekt beteiligten Kliniken wurden durchschnittlich 1,9 arzneimittelbezogene Probleme pro Patient erkannt. Diese auf dem ADKA-Kongress präsentierten Ergebnisse bestätigen das Potenzial des Konzepts für eine noch sicherere und effizientere Patientenversorgung. Damit unterstreichen die beiden Häuser ihren Anspruch, innovative Versorgungsansätze frühzeitig in die klinische Praxis zu integrieren und die Qualität der Patientenversorgung kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die bisherigen Erfahrungen in Aurich und Emden bestätigen, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Notaufnahme und Krankenhausapotheke von den beteiligten Berufsgruppen sehr positiv aufgenommen wird. „Der Einsatz der Emergency Department Pharmacists in unseren Notaufnahmen hat sich in der Erprobungsphase bereits als echter Gewinn erwiesen“, betont Dr. Alexander Dinse-Lambracht, Chefarzt des Interdisziplinären Notfallzentrums. „Die enge Zusammenarbeit zwischen ärztlichem, pflegerischem und pharmazeutischem Personal trägt dazu bei, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen, Behandlungsprozesse effizienter zu gestalten und unser Team im klinischen Alltag spürbar zu entlasten.“

Die Einführung eines Emergency Department Pharmacist knüpft an bestehende Strukturen in den Kliniken an: Bereits seit mehreren Jahren unterstützen Stationsapothekerinnen und Stationsapotheker die interprofessionellen Behandlungsteams direkt auf den Stationen. Die Ausweitung pharmazeutischer Expertise auf die Notaufnahme ist ein weiterer Schritt, um die Arzneimitteltherapiesicherheit entlang des gesamten Behandlungswegs zu stärken.

Zur Website der Stiftung Patient & Klinische Pharmazie

Von links: Krankenhausapothekerin Claudia Janssen und Krankenhausapotheker Sven Friedrichs besprechen die Medikation von Patienten mit dem Chefarzt des Interdisziplinären Notfallzentrums, Dr. Alexander Dinse-Lambracht. Foto: Trägergesellschaft
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